Montag, 11.05.:
Ich stehe wie die letzten 2 1/2 Wochen (außer 2 Tage) früh auf und lerne weiter. Von Aufregung noch keine Spur. Völlig sicher gehe ich die Prüfungsaufgaben aus den letzten Jahren durch und diskutiere nebenbei mit Alex am Telefon über die Ergebnisse. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den offenen Teil am Dienstag schon schaukel- schließlich machen mir die Themen keine Probleme und ich konnte sie auch schon im Prüfungsvorbereitungskurs gut. Deshalb bin ich auch nicht nervös und sehr optimistisch. Klar wird es stressig, aber nur in den zweieinhalb Stunden. Ich gehe ziemlich spät schlafen…
Dienstag, 12.05.:
Aufstehen um halb 6. Immer noch keine Aufregung in Sicht, aber dafür ziemlich müde. Ich mache mich fertig, schmiere mir ein paar leckere Stullen (ich habe die merkwürdige Angewohnheit bei Klausuren oder beim Lernen viel zu essen) und sitze schließlich in der Bahn Richtung Expogelände. Ich habe mir in der Bahn den Break-Even-Point noch mal angeschaut, ein bißchen Zeitung gelesen und bin schließlich kurz vor der Endstation eingenickt, aber noch rechtzeitig wieder aufgewacht. Ich gehe zur MMBBS.
Immer noch keine Nervosität. Perfekt, so schreibt es sich doch am besten. Nach zwei Kaffee und einem Dextro Energy bin ich startklar. Die Tür zum Prüfungsraum geht auf, die Prüfungen liegen mit Namen versehen auf den einzelnen Tischen verteilt. Ich finde meine und setze mich an den Platz. Stifte, Marker, Brotdose, Red Bull, Dextro Energy, Wasser und Taschenrechner sind auf dem Tisch und dann gehts los!
Ich beiße mich gleich an der ersten Aufgabe fest -Marktanalyse mit allem drum und dran. Und genau das wird mir zum Verhängnis. Meine Nervosität steigt daraufhin und ich versuche möglichst schnell und gut die nächsten Aufgaben zu machen. Hatte ich nicht in den Hinweisen zur Prüfung gelesen, dass man sich nicht an einer Aufgabe festbeißen soll? Zu spät. Der Zeitdruck war da, meine Hand tat schon weh vom schnellen Schreiben und meine Schrift sieht auch nicht mehr ganz so schön aus, wie sie zu Anfang im Lösungsbogen ist und die Zeit fliegt nur so davon. Sie fliegt sogar so schnell, dass ich die letzte Aufgabe nicht mehr komplett schaffe und dadurch schon 17 Punkte von insgesamt 100 in den Sand setze. Abgabe. Der Red Bull und die Brotdose sind noch voll. Hunger hab ich nicht, das soll schon was heißen.
Draußen vor der Schule. Die Stimmung ist im Eimer und nicht nur bei mir. Alex sagt mir später, dass sie mich so noch nie erlebt hat, wie nach der Prüfung. Ich bin völlig frustriert, mache mir Sorgen und könnte heulen. Mir fällt ein, dass ich Zähler und Nenner bei der Preiselastizität vertauscht habe. Die Formel kann ich eigentlich im Schlaf. Deckungsbeitrag mit Break-Even-Point verwechselt. Eine Situation völlig falsch analysiert. Die letzte Aufgabe, bei der ich sehr sicher war, zeitlich nicht geschafft. Und das sollte der Prüfungsteil sein, der mir am Ende den A… rettet, weil ich eher bei Teil 2 und Teil 3 Sorgen habe.
Alex und ich fahren in die Stadt, setzen uns 6 Stunden bei Kreipe in die Sonne und prügeln uns gegenseitig das Wissen für Mittwoch rein. Wir fahren heim und lernen mit zwei Kannen Kaffee weiter bis 12 Uhr nachts. Zwischendurch bekommen wir noch Lachanfälle, weil ich zum Beispiel beim Thema Sozialversicherungen apathisch an die Decke gucke und leise vor mich hinmurmel, wer mir denn später eigentlich mein Gebiss bezahlt, wenn sogar die Rentenversicherung für “Rehabilationsmaßnahmen” (Situationskomik, aber das war der zweite Lachflash von insgesamt vier) zuständig ist. Alex fallen in einem Moment kurz die Augen zu und ich flöße ihr Kaffee ein. Sie fährt später zu sich und ich mache noch bis 1/ halb 2. Dann schlaf ich ein.
Mittwoch, 13.05.:
Ich stehe um 8 auf, duschen, anziehen, Brot essen und weiterlernen. Ich rufe Alex nach einer Weile an. Sie ist in der Stadt und ich mache mich mit Sack und Pack auch auf den Weg. “Kurz vorher lernen wir nicht mehr, das bringt eh nichts. Ne also das machen wir nicht!” Der Satz, den wir uns ein paar Tage vorher noch gegenseitig zugeschmissen haben, schwirrt mir im Kopf herum, während wir wieder bei Kreipe sitzen - vor einem Berg von Zetteln, die wir uns noch anschauen, gegenseitig vorlesen und schnell durchdiskutieren. Der Taschenrechner wird auch benutzt und Formeln wild hin und hergeschmissen. Eine Stunde noch zum 2. und 3. Teil der Prüfung. Wir machen uns auf den Weg und auch in der Bahn sitzen und stehen wir da mit unseren Zetteln und prügeln uns die letzten Sachen rein.
Dieselbe Situation wie gestern nur mit einem ganzen Berg weniger Optimismus und einem Sack voll Nervosität, gepaart mit Angst. Auch der Red Bull ist jetzt nur in der Tasche und Brote geschmiert habe ich schon gar nicht mehr. Diesmal ist es ein Fensterplatz. Los geht’s: 2. Teil, WISO. Ich mache eine Aufgabe nach der anderen und ich bin, inklusive noch mal durchschauen, eine viertel Stunde vor Abgabe des zweiten Teils fertig. Jetzt kommt der 3. und damit letzte schriftliche Teil: Umsetzung und Steuerung von Kommunikationsmaßnahmen. Ich mache wieder eine Aufgabe nach der anderen und komme mit der Zeit gut hin. Abgabe.
Das wars! Das, was wir uns innerhalb der letzten Stunden und den Tag zuvor reingeprügelt haben, waren genau die Themen, die dran kamen. Ironischerweise werden es diese beiden Teile der Prüfung sein, die mir hoffentlich den A… retten! Die sind nicht perfekt- aber gut gelaufen.
Ich hoffe sehr, dass ich mit der mündlichen Prüfung am 18. Juni noch etwas rumreißen kann. Allerdings kann ich mein Ziel von 2,4 wohl schon vergessen…
15.5.2009 bei 10:55
also bestanden! passt doch

machste halt ne 2,5 ist doch auch gut
15.5.2009 bei 12:03
ich überlege ja hin und wieder, doch noch mal ne weiterbildung, abendschule oder studium (master) zu machen. aber ich glaube, ich bin echt zu alt für den sch… ich hatte immer mächtig die hosen voll. vor allem im studium. was aber meistens daran lag, dass ich jedes semester ca. 20 wochen gefeiert und nur 2 wochen gelernt hatte. nach den prüfungen kam immer der satz: nächstes semester mache ich es aber anders, da bleib ich von anfang an dran am stoff. tja, das vorhaben ist meist mit wegformatiert worden, wenn wir nach der letzten prüfung des semesters am see (schnief) gefeiert haben
am ende wars mit ach und krach ne 2,5. nicht schlecht eigentlich. aber mein ziel war eigentlich eine 1 vorm Komma
daher: alles wird gut!
20.5.2009 bei 10:50
Du wirst es schon gepackt habe =o)
Ich habs zum Glück schon hinter mir, war schon ein ziemlicher Stress.