Samstagmorgen, 10 Uhr ohne Knoppers, schlecht geschlafen, Kaffee nur noch lauwarm. So kann der Tag doch anfangen. Ich habe überlegt, zum Flohmarkt zu gehen und es mir dann doch wieder anders überlegt. Kein Geld, und wenn ich etwas sehe, was mir gefällt, dann ärgere ich mich nur darüber, dass ich es nicht mitnehmen kann. Außerdem regnet es zur Abwechslung mal.
Ich habe mich gestern Abend tierisch gelangweilt und mir irgendwelche komischen Beschäftigungen gesucht. Erst haben ich und mich Kniffel gespielt, dann wurden die Abtönfarben rausgekramt und einfach “drauflosgepinselt”, später eine Weile beim Tetris versackt, schließlich auf dem Sofa eingeschlafen. Was für ein erfolgloser Abend! Haste nix, machste nix! So siehts aus. Den Rest der Zeit überlege ich, wann ich wohl endlich wieder arbeiten kann. Mir bekommt dieses Arbeitslosen-Dasein nicht. Keine Menschen, keine Kommunikation, kein Spaß, keine Bestätigung, man vegetiert vor sich hin und die einzigen Highlights des Tages sind, ein Stellenangebot zu finden, seine Bewerbung dafür zu schreiben und zu überlegen, was man denn abends kochen könnte.
Ich schaue tagsüber alle 10 Minuten in mein Postfach, ob ich vielleicht mal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekomme. Pustekuchen. Lustigerweise sind sehr viele Stellen von Personalfirmen ausgeschrieben, die angeblich im Auftrag ihres Kunden suchen. 50 % meiner Bewerbungen gingen an solche Firmen. Wie ich vor kurzem erfahren habe, handelt es sich wohl meist (man darf ja nicht alle über einen Kamm scheren) um fiktive Stellen, um zu zeigen, dass der Laden noch am Rollen ist. Man bekommt auch kaum Antwort. Nur wenn man nachhakt. Und dann soll man entweder noch Geduld haben und hört nie wieder etwas oder es sind Absagen mit vorgefertigten Begründungen. Oder noch besser: Ich bewerbe mich auf eine ganz bestimmte Stelle und bekomme als Antwort, dass sie mich im Moment nirgends unterbekommen können. Als hätte ich eine Bewerbung geschickt mit dem Betreff “Bewerbung um alle möglichen Stellen, die Sie anzubieten haben.” Da kommt man sich doch verarscht vor. Ich könnte heute mal meinen Artikel über den Kleingärtnerverein Linden schreiben, aber irgendwie bin ich seit Tagen nur noch blockiert. Vielleicht sollte ich mich dazu einfach mal in die Bibliothek setzen oder so. Am Montag. Heute hat sie nicht geöffnet. Dann gehts vielleicht wieder.
Ich muss mich mal um ein Fahrrad kümmern. Nächsten Monat habe ich keine Monatskarte mehr und bin dann nicht mehr mobil. Es steht eines im Keller, aber das zu reparieren kostet wahrscheinlich soviel, wie das Fahrrad vor 5 Jahren schon nicht mehr wert war. Und wenn ich dafür Geld ausgebe und es funktioniert etwas anderes plötzlich nicht, habe ich das Geld zum Fenster rausgeworfen. Ich werde mir also wieder eines zum Geburtstag wünschen, wie letztes Jahr auch, oder vorletztes Jahr? Ich weiß es nicht mehr. Das wurde mir Anfang des Jahres geklaut. Selber Schuld, wenn man es drei Wochen am Küchengarten stehen lässt, allerdings war es angeschlossen und es stand nun mal nicht drauf “Bitte nimm mich mit, ich stehe hier, weil ich nicht mehr gebraucht werde”… Ich verkneife mir jetzt das aufzuschreiben, was ich dem Dieb wünsche.
Wenn ich ganz viel Geld hätte, würde ich Reisen. Ich würde auch gerne mal Bergsteigen oder einfach ab nach Malaysia für ein halbes Jahr. Eine Unterkunft hätte ich ja, schließlich wohnen dort ganz viele Menschen, mit denen ich verwandt bin. Den größten Teil kenne ich gar nicht. Ein Flug kostet, wenn er günstig ist, vielleicht so 600 Euro?! Das ist beinahe das Doppelte von dem, was ich im Moment monatlich habe und das wäre ein Ticket mit der Never-Comeback-Airlines, also ohne Rückflug. Und wenn ich das Geld hätte, hätte ich wohl keine Zeit, denn das “Geld-Haben” setzt ja voraus, dass ich arbeite. Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber das würde wohl den Rahmen sprengen, wenn er nicht schon gesprengt ist.
Das sind übrigens die Bilder, die ich gestern gemalt habe. Für Langeweile-Bilder find ich sie eigentlich ganz schön…
So denn, Samstagmorgen, 11:22, Kaffe ist kalt, immer noch kein Knoppers. Ich bin weg.
26.7.2009 bei 23:42
Ohje Carlinsche, ich kenne das Gefühl der Arbeitslosigkeit.
Hatte ich nach der Pleite in Braunschweig ja einige Wochen wo ich lernen konnte wie man den Bezug zur Zeit verliert so das ich gerne mal Sonntags einkaufen gegangen bin.
Vergebens.
Die Bilder finde ich interessant.
Auf dem Linken sehe ich einen Asiatischen Jungen der mit der Sonne im Rücken irgendwo hingeht, oder steht er? Jedenfalls schaut er schon etwas traurig aus.
Auf dem rechten sehe ich einem Griesgrämigen Kommandanten mit einer Baskenmütze wo das Militärzeichen vorne in weiß eingestickt ist.
Doof das ich den Post erst heut gesehen habe
27.7.2009 bei 20:10
Find ich lustig, was du auf dem zweiten Bild siehst. Beide Bilder haben jeweils 5 Minuten “gedauert” und das sind, wie du (nicht hier) selbst schon gesagt hast, die besten. Sehe ich auch so, nicht drüber nachdenken, sonst wird es eh nichts.
Ich war heute übrigens im Gig und habe dort versucht, gegen meine Schreibblockade anzukämpfen und es hat geklappt! Der Anfang ist gemacht
I freu mi ja so!
27.7.2009 bei 23:46
Was ist das Gig?
28.7.2009 bei 22:00
Das Gig ist ein Café, Bistro am Lindener Marktplatz. Da kann man morgens, mittags und auch abends sehr gemütlich sitzen, draußen oder drinnen. Und der Gig-Saal ist im Nebengebäude, wo ab und an mal der Bär steppt.
Der Besitzer hat wohl schon wieder gewechselt, weil der Vorherige getürmt ist, hab ich so gehört… weiß also nicht.ob es stimmt.
Aber ich finde es ist seit Jahren trotz Besitzerwechsel gleich geblieben. Also ich fühl mich da immer noch wohl
29.7.2009 bei 09:47
Ahso, dann ist ja jut.
Ich habe heute Kopfschmerzen